"Das Bedürfnis nach einer Reform der höheren Schulbildung, das sich so gebieterisch meldet, stellt nicht alleine ein erzieherisches, sondern auch ein menschliches und soziales Problem dar, das man folgendermaßen zusammenfassen kann: Die Schulen, wie sie heute sind, sind weder den Bedürfnissen des jungen Menschen, noch denen unserer jetzigen Epoche angepasst.

Die Gesellschaft, deren Schwierigkeiten und Gegensätze einen Höhepunkt erreicht haben, muss einer Krise ins Gesicht sehen,

die den Frieden der Welt und sogar die Zivilisation selbst bedroht." 

Maria Montessori wurde 1870 in Chiaravalle bei Ancona geboren und interessierte sich von frühester Jugend an für Mathematik und Naturwissenschaften. 1896 schloss sie als erste Frau Italiens das Medizinstudium ab und beschäftigte sich in der Folge vor allem mit geistig behinderten Kindern. Ihre großen Erfolge mit ihren für die damalige Zeit völlig neuen pädagogischen Ansätzen, erregten großes Aufsehen und so entstand 1907 das erste Kinderhaus in Rom, in dem sie sich um die Erziehung von Kindern aus einem Armenviertel annahm.

Ihre Erfolge waren bahnbrechend und so wurde ihre Pädagogik schnell über die Grenzen Italiens hinaus bekannt und breitete sich in ganz Europa aus.

Mittlerweile entwickelte sie auch Unterrichtsmaterialien und ein Konzept für die erste bis sechste Schulstufe.
Um 1920 begann sie sich dann fast zwei Jahrzehnte lang intensiv mit dem Jugendalter zu beschäftigen. Die reformpädagogische Bewegung in Deutschland erreichte damals ihren Höhepunkt und so waren es vor allem die Landerziehungsheime von Hermann Lietz, Internatsschulen auf dem Lande mit einer völlig neuen experimentellen und ganzheitlichen Herangehensweise, die bei ihr nachhaltigen Eindruck hinterließen.
Bis 1939 arbeitete sie dann ihren eigenen Lehrplan für das Jugendalter - den Erdkinderplan - aus, den sie in mehreren Vorträgen in England und Holland präsentierte.
Ihr Werk "Von der Kindheit zur Jugend" basierend auf verschiedenen Vorträgen und Notizen erschien dann erst 1948 in Frankreich und erst lang nach ihrem Tod im Jahr 1952, nämlich 1973 in Englisch und Deutsch.